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FYRSKIB No. XI

Kennung: OYHK

Gebaut 1877/78 aus Eichenholz in der Schiffswerft «F. Sparre», Nysted in Lolland, DK.
>> Das Modell des "Fyrskib XI"



Feuerschiff XI mit gesetzten Segeln. Zum damaligen Zeitpunkt waren noch keine elektrifizierten Leuchtfeuer im Einsatz. Petroleumslaternen wurden am zentralen Hauptmast hochgehieft.
Zeichnung von Orlogsværft in Kopenhagen 1879.
Quelle: «Royal danisch design», in Kolding DK.




Stimmungsvolle Mondnacht über FS XI, Foto und GIF-Animation: atelier konstruktiv ascona



Gebaut 1877/78 aus Eichenholz in der Schiffswerft «F. Sparre», Nysted in Lolland, DK.
Es basiert auf den Zeichnungen des Feuerschiffes Nr. X, des englischen Feuerwesens, «Trinity House».
Klassifikation: Dansk Søfartsstyrelse, Skibstilsynet-Pram (motorlos).
(Schwesterschiffe: No. X bis No. XXI). Kostenpunkt damals DDK 174'298.–
Länge 35.18 m (115 ft)
Breite 5.81 m
Nach einem Umbau in den 30er Jahren wurde das Schiff mit folgenden Daten registriert:
brutto Gewicht voll ausgerüstet: 138.42 RT (264 t)
netto Gewicht: 59.13 RT (ca. 112 t)
Tiefgang Bug: 3,09 m
Tiefgang Achtern: 3,30 m
Buganker: 900 kg, eine Ankerkette Durchmesser 40 mm, 113 m
zwei Vertauungsketten Durchmesser 40 mm, je 226 m.
Feuer über der Wasserlinie: 10 m (15'000 lux)
Tragweite ca. 19 sm (11 sm sichtbar)
«Fyrskib XI» war das erste Feuerschiff, das in der Nordsee ausgelegt wurde.

Auf der Position «Horns Rev» (ca. 40 km westlich von «Blåvands Huk») lag es wärend der Jahre 1878 - 1882
«Kobbergrund» 1884
dann auf «Anholt» und «Læsø»
Danach war es Reserveschiff
«GedserRev» 1890 - 1903
«Anholt Knob» 1904 - 1911
«Lasø Rende» 1911 - 1916
«Gilleleje Flak N» 1916 - 1918
In den Jahren 1926 - 1957 lag es auf Position «Drogden», im Feuermagazin als Reserve, «Storebælt IV (Knudshoved)», «Østre Flak», «Aalborg Bugt» und in der Svendborg Werft zur Überholung.
1932 und 1962 wurde es umgebaut und den neusten technischen Anforderungen angepasst.
Spätere Einsatzorte sind nicht bekannt. Zu diesem Zeitpunkt war es auch das am besten ausgerüstete Feuerschiff Dänemarks. Insbesondere die Radioanlage entsprach dem höchsten Stand der Technik.

Nach einer Rekord-Einsatzdauer von 99 Jahren wurde es 1977 vom Feuerwesen inoffiziell zum Verkauf freigegeben.
Der Künstler und Designer «Bo Bofils» erfuhr von dieser Möglichkeit und sicherte sich mit einemTopgebot von DDK 201'878,11 den Zuschlag. Der ungewöhnliche Kaufpreis setzte der Künstler wie folgt zusammen: DDK 200'000.– Grundpreis, DDK 1'878.– entsprechen dem Baujahr des Schiffes, die 11 Øren der Schiffsnummer.
«Bo Bofils» und seine Frau «Jane Reumert» richteten das Schiff als Wohnschiff ein.

Bo Bofils ist in Dänemark unter anderem mit maritimen und technischen Zeichnungen, Etikettengestaltung, Briefmarken (1994 Jahresmarke mit dem Motiv des Dänischen Schulschiffs «Danmark») und als Designer für verschiedene Gebrauchsgegenstände bekannt.
Im Gegensatz zu anderen privaten Feuerschiffen hat FS XI seine kostbare Kupferbeplankung erhalten. Als der Eigner sein Schiff am Liegeplatz in Holmen, Kopenhagen übernahm, war der Laternenmasst, die Bronzebuchstaben und die Krone am Heckspiegel entfernt. Auf sein Drängen hin wurden die fehlenden Teile mit der Auflage wieder zurückgegeben, dass die Schiffahrt nicht irritiert werden dürfte.
Bofils baute die Machinen (Dieselmotoren zur Stromversorgung, Seewasserentsalzungsanlage, Presslufttanks, Heizkessel, Ankerspil usw.) aus um mehr Platz zu erhalten. So fielen auch die sieben Mannschafts-Kojen im Bug und der Radioraum dem Umbau zum Opfer (s. Grundriss vor und nach Umbau). Damit mehr Licht ins Unterdeck gelang, setzte Bofils sechs Bullaugen backbords in das Freibord ein. Der Radioraum wurde zusammen mit der achterlichen Koch-Koje zur Eigner-Koje umfunktioniert.
Bofils bewies mit diesem Umbau grosses Einfühlungsvermögen. So fehlen dem Schiff zwar wichtige und gewichtige (ca. 30 Tonnen Material ausgebaut!) Feuerschiff-Zeitzeugen, doch ist der maritime Charme in jeder Hinsicht bewahrt geblieben.
1988 investierte Bo Bofils DDK 1'000'000.- für den Ausbau des Schiffes in eine Überdachung des Bug- und Achterdecks sowie ein Zeichenatelier. Diese Überdachung sparte ihm viel an Unterhaltskosten, die bei offenem Deck ca. DDK 200'000.- pro Jahr lagen!

1994 wählten Bofils und seine Frau einen Wohnort in Bornholm und verkauften das Schiff an den vormaligen Besitzer des «GORI-Konzern», Niels Olaf Ehrenskiöld, der es nur kurze Zeit behielt.
Die neuen Eigner, Thorkild Rose und seine Frau nutzten das Schiff zwischen 1995 und 1999 als Sommerhaus.
Am 22. Juli 1999 kauften Anette und Kurt Spalinger das Schiff und renovierten es für DDK 1'000'000.- innwendig komplet. In der Ausgabe vom Mai 2001 berichtete das Magazin «Bo Bedre» (Schöner Wohnen) über das Wohnschiff.
Sehen Sie auch den Videoclip, des dänischen Fernsehsenders TV2 der 2003 in der Sendung «MOKKA» ausgestrahlt wurde.
Am 25. Mai 2005 hat das Schiff mit Stig Romain Andresen einen neuen Eigner gefunden (herzlichen Glückwunsch).

Direkt vor dem ehem. Brauereihaus Christian dem 4. im Frederiksholms Kanal, Kajplads 130, Kopenhagen, liegt nun das wohl am besten erhaltene Feuerschiff der Welt!


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